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Die Krise als Chance

Darum ist es falsch zum Status Quo zurückzukehren

von Annabelle Heuer, am Jul 6, 2020 10:00:00 AM

Wem geht es nicht gerade so? Viele Unternehmen befinden sich im Leerlauf. 
Einstellungsstopp ist das Wort, das in vielen Personalabteilungen momentan häufig fällt und seit den letzten Wochen häufiger aus unserem Vertriebsteam zurückgemeldet wird.

Alle Welt wartet darauf, dass man wieder zum Status Quo zurückkehren kann. Aber wäre das der richtige Weg? Sollte man nicht jetzt die Zeit nutzen, um Prozesse zu hinterfragen und sich Wissen anzueignen? Das tun, wofür vorher nie Zeit war?

Chance zum Umdenken nutzen

Wir von mobileJobs glauben, dass der erzwungen Leerlauf nicht nur auf privater Ebene einen positiven Effekt hat, sondern gerade für Unternehmen, die jahrelang in veralteten Prozessen und Strukturen verwickelt waren, der richtige Zeitpunkt zum umdenken ist. 

Jetzt ist der Zeitpunkt, indem sich Personalabteilungen die Frage stellen können, ob sich das bisherige Recruiting im eigenen Unternehmen bewährt hat, oder ob aktuell ein Paradigmenwechsel stattfinden sollte.

Das haben wir noch nie so gemacht!

Seien wir doch mal ehrlich, wie oft haben Sie sich schon gefragt, ob die eigene Recruitingstrategie zielführend ist und genügend qualitative Bewerbungen ins Unternehmen bringt? Nicht oft genug! Oder es war mal wieder keine Zeit und musste das Thema runter priorisiert werden? Da entsteht die kognitive Dissonanz und man schwächt gerne die Dringlichkeit für einen Richtungswechsel mit dem Satz: ”Das haben wir immer schon so gemacht” ab.

Aber was können Personaler aus der Krise als positiven Effekt mitnehmen?Zum einen hat es einen technischen Vorteil gebracht. Vor der Corona-Krise war es für viele Unternehmen unvorstellbar, ihreMitarbeiterInnen im Homeoffice arbeiten zu lassen.Auch die Entwicklung, dass Unternehmen nun tatsächlich Vorstellungsgespräche über Videocalls durchführen, wäre für viele Unternehmen nicht denkbar gewesen.
Durch die Digitalisierung, haben Unternehmen gemerkt, dass sie nun viel flexibler geworden sind, dass aus der Bequemlichkeit, die vorher herrschte, nun Ressourcen eingespart werden können. Es entfallen z.B. Kosten, für die Anreise von BewerberInnen, die für Vorstellungsgespräche gezahlt wurden, oder auch die zeitlichen Faktoren, die man durch das Home Office geschaffen hat, da die stressige Wegzeit zum Arbeitsplatz entfällt. Entsprechende Zahlen zur Digitalisierung im Recruiting finden Sie in einer Studie von Stepstone und dem Bundesverband der Personalmanager. Durch moderne Tools lässt sich durch die Krise so vieles ändern und es empfiehlt sich dies auch nach der Krise in den Unternehmen zu etablieren.

Unabhängig von der Krise, konnten wir bei mobileJobs die Erfahrung machen, dass viele Unternehmen aus Gewohnheit den Lebenslauf gleich am Anfang der Bewerbung einfordern. Grundsätzlich kann man sagen, dass an einem Lebenslauf nichts negatives abzuleiten ist, dennoch sollte man laut unseren Erfahrungen, und nur wenn es für die Formalitäten nötig ist, den Lebenslauf erst am Ende eines Bewerbungsprozesses einfordern. Denn welchen Zweck hat der Lebenslauf von BewerberInnen? Wenn es in erster Linie darum geht, ob der Kandidat in das Unternehmen passt und die notwendigen Voraussetzungen mitbringt, so lässt sich dies problemlos in einem Gespräch oder über zielführende Fragen erörtern.

Für Nichtakademiker spielen die Sozialen Medien eine große Rolle

Auch der Zielgruppenfokus spielt eine große Rolle, wenn es darum geht, Prozesse anzupassen. Denn auch die BewerberInnen gehen mit der Zeit.
Laut unserer Studie zum Thema Jobsuche ist das Smartphone ist das häufigst genutzte Medium für BewerberInnen im gewerblichen Arbeitsmarkt – So haben 78% der 18 bis 29-jährigen Nichtakademiker bereits einen Job über ihr Smartphone gefunden, fast die Hälfte (49%) von ihnen bereits mehrfach. Grundsätzlich kann man von einem extremen Durchdringung über alle Altersgruppen sprechen.

Mehr als die Hälfte der BewerberInnen, ist nach unseren Studien überzeugt, dass sich die Bewerbung über das Smartphone etabliert.

Außerdem erhoben wir mit der Studie “Blue Collar Kompass - Edition: Jobsuche” nicht nur,  dass der Bewerbungsprozess inzwischen lieber auf dem Smartphone durchgeführt wird, sondern auch, dass soziale Medien einen wichtigen Teil zur Kandidatenfindung beitragen.
 
Demnach haben NichtakademikerInnen laut unserer Studie ein ganz anderes Mediennutzungsverhalten als AkademikerInnen. NichtakademikerInnen erwarten, dass ihr Verhalten an den Bewerbungsprozess anknüpft, und sie sich unkompliziert via Smartphone bewerben können.
Insofern sind NichtakademikerInnen die Pioniere der mobilen Bewerbung. Arbeitgeber, die ihre Online-Recruiting-Strategie auf eine mobile Nutzung hin ausrichten, sind auf dem rechten Weg. 

38% der NichtakademikerInnen haben mindestens einmal einen Job in sozialen Medien gefunden – bei den jüngeren BewerberInnen liegt dieser Anteil sogar bei 55%. (Quelle: BLUE-COLLAR-KOMPASS Edition: Jobsuche Ausgabe 04/2018)
Kein Wunder also, dass sie auf Facebook, Instagram & Co. offen für neue Jobs
sind.

Die neuesten Zahlen aus dem April 2020 zeigen, dass es 2,99 Milliarden NutzerInnen über alle Apps (inkl. WhatsApp, Instagram) hinweg gibt. Facebook alleine hat 2,6 Milliarden aktive NutzerInnen, davon sind 1,73 Milliarden jeden Tag aktiv.

Prozesse umstellen, aber wie?

Wie fängt man nun an, sich aus alten Strukturen zu lösen. Eine gute Möglichkeit ist momentan die Krise, in der wir uns befinden. Plötzlich sind Sachen möglich, die bisher für Unternehmen ausgeschlossen waren – Vorstellungsgespräche über Videocalls und Home Office für MitarbeiterInnen.
Grundsätzlich muss man für sich und seine Unternehmen erst einmal herausfinden, welches Ziel man fokussieren möchte. So gibt es keine allgemeingültige Lösung für jedes Unternehmen, denn nicht jeder kann z.B. seinen Mitarbeitern Home Office anbieten.

Wir empfehlen, sich mit der Thematik Zielgruppenanalyse auseinanderzusetzen. Wo sind passende Kandidaten aktiv? Was ist ihnen im Job wichtig? Wir von mobileJobs haben zahlreiche Studien zu diversen Themen im Bereich Recruiting veröffentlicht, die all diese Fragen beantwortet.

Zusätzlich haben wir kompakt die wichtigsten Erkenntnisse in einem kostenlosen Webinar zusammengestellt. Dort können Sie erfahren, wie die Zielgruppe tickt und, wie man Sie am besten erreicht.

Fazit

Wir empfehlen PersonalerInnen die Zeit des Leerlaufs zu Hinterfragen, Umdenken und Recherchieren von neuen Recruiting-Strategien zu nutzen. Denn Leerlauf bedeutet nichts negatives, sondern kann nicht nur in der Krise eine Chance sein, um neue Dynamik in das Generieren von BewerberInnen zu bringen.

Themen:KurzarbeitKrise

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